Die zweite NSX will keine Kopie der ersten sein. Ab 2016 setzt Honda beziehungsweise Acura auf einen längs eingebauten 3,5-Liter-Biturbo-V6, drei E-Motoren, `Sport Hybrid SH-AWD` und ein 9-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Gegen einen Porsche 911 gewinnt sie nicht über klassische Puristik, sondern über Traktion, Einlenken und die Art, wie sie aus Kurven heraus beschleunigt.
Unter diesem Schlüssel steckt die reguläre 581-PS-Version. Kein V8, kein Handschalter, aber ein extrem dicht abgestimmtes Gesamtpaket. Damit wirkt die NSX II technischer als ein Nissan GT-R und weniger dramatisch als eine Chevrolet Corvette mit Mittelmotor. Entscheidender als rohe Beschleunigungswerte sind Softwarestand, Kühlkreise und ein sauber dokumentierter Netzwerkservice.
Gebraucht kauft man deshalb keine normale Exotin, sondern eine seltene Hybrid-Supercar. Rückrufe für Tank, Thermostat, Bremsleuchte und Kraftstoffpumpe müssen erledigt sein, die 12-Volt-Batterie darf keine Standprobleme zeigen, und nach dem Kaltstart darf keine Hybridwarnung übrig bleiben. Eine gute NSX II wirkt verblüffend sauber im Wechsel zwischen Verbrenner und E-Antrieb; eine schlechte ist schnell ein Auto für Fehlermeldungen.