Als Coupe richtet sich die `Cavalier III` an Kaeufer, die eine flache und guenstige Zweituerer-Form wollen, ohne gleich in eine echte Sportwagenklasse zu gehen. Gegenueber einem Honda Civic derselben Zeit wirkt sie einfacher und grober, dafuer aber leicht zu verstehen und oft erstaunlich preiswert. Sie ist kein kleiner Muscle-Car-Ersatz, sondern eine amerikanische Kompaktbasis mit Alltagstalent.
Besonders interessant sind die `Z24` mit `2.4 Twin Cam LD9`, waehrend viele Fahrzeuge mit dem ruhigeren `2.2` oder spaeter dem `2.2 Ecotec L61` unterwegs sind. Die Grundtechnik ist robust, solange Oelwechsel ernst genommen wurden, aber Vorderachse, Radlager und die `4T40-E` verdienen mehr Aufmerksamkeit als der Motorblock. Stark umgebaute Fahrzeuge sind fast immer die schlechtere Wette.
Vor dem Kauf muss man normale Alterung von echter Vernachlaessigung trennen. Spaltmasse, Schwellerzustand, Bremsvibrationen und rahmenlose Seitenscheiben verraten viel ueber das Vorleben. Ein gutes `Cavalier Coupe` bleibt durch seine Schlichtheit sympathisch; Audio-Basteleien, tiefe Billigfahrwerke und jahrelang aufgeschobener Service machen es dagegen schnell unerquicklich.