Die 2019 vorgestellte `SF90 Stradale` markiert bei Ferrari einen echten Bruch, weil sie als erstes Serienmodell der Marke PHEV-Technik einsetzt. Gegenüber einer McLaren 750S zählt deshalb nicht nur Motor, Fahrwerk oder Prestige, sondern die komplette Stimmigkeit aus Verbrenner, Elektroantrieb, Laden und Bordelektronik.
Der 4,0-Liter-Biturbo-`V8` mit 780 PS arbeitet mit drei Elektromotoren auf insgesamt 1000 PS, dazu kommen 8-Gang-DCT, `eDrive` und die elektrische Vorderachse `RAC-e`. Ferrari hebt eine elektrische Reichweite von rund 25 km und einen überraschend einfachen Straßeneinsatz hervor. Gebraucht ist genau diese scheinbare Einfachheit tückisch: Ladehistorie, 12-V-Batterie, thermisch-elektrische Übergänge, Vorderachsantrieb, Temperaturhaushalt und Bremsen müssen gemeinsam passen.
Auf der Probefahrt muss die `SF90 Stradale` in EV, im Hybridmodus und nach mehreren Warmstarts vollkommen logisch bleiben, ohne flüchtige Meldung und ohne unklare Reaktion zwischen den Modi. Ein optisch spektakuläres Auto kann technisch deutlich weniger überzeugen als ein regelmäßig geladenes und sauber bewegtes Exemplar. Auf diesem Ferrari bestimmt die Qualität des elektrischen Follow-up den Kauf fast ebenso stark wie die rohe Mechanik.