Die `812 Competizione` radikalisiert die Idee der frontmotorigen `V12`-Berlinetta und rückt sie sehr nah an hochengagierte Nutzung, ohne die Straßenzulassung zu verlieren. Wer auch eine Aston Martin DBS betrachtet, bekommt hier deutlich mehr Präzision und Intensität. Gekauft werden sollte sie deshalb nach Einsatzbild und nicht nach Seltenheit allein.
Autos dieses Typs können extrem wenig gelaufen sein und dennoch bereits starke Belastungen auf Reifen, Bremsen und Fahrwerk erlebt haben. Der Saug-`V12` wirkt nahezu unzerstörbar, doch oft sind Peripherie, Verschleißteile und die Plausibilität der Fahrwerksabstimmung viel aussagekräftiger über die echte Geschichte des Wagens. Ein dünnes Dossier verdient hier sofort Misstrauen.
Auf der Probefahrt muss die `Competizione` beeindruckend stabil bleiben, ohne Bremsvibration und ohne seltsame Reaktionen im Antriebsstrang. Der Motor muss überall voll ansprechen und die Fahrt ohne Geruch oder Warnhinweis beenden. Auf diesem Modell kündigt jede kleine Unsauberkeit an Chassis oder Bremsen Kosten weit jenseits normaler Wartung an.