Die `599 GTO` darf nicht wie eine bloss seltene `599` behandelt werden. Es ist eine Ferrari mit potenziell deutlich haerterem Nutzungsprofil, die selbst mit sehr wenig Kilometern echte schnelle Einsaetze gesehen haben kann. Eine Aston Martin DBS kann ebenfalls die radikale `GT` geben, doch die `GTO` verlangt eine viel strengere Lektüre von Reifen, Bremsen und Getriebe.
Das Hauptproblem ist hier die Luecke zwischen Sammleroptik und realer Nutzung. Eine `GTO` kann perfekt gelagert worden sein und tadellos bleiben, oder aber viele sehr dynamische Ausfahrten erlebt haben, die teure, aber diskrete Spuren hinterlassen: Bremsen, Achsgeometrie, Unterboden, Verschleissteile und Getriebeaktuierung. Genau deshalb darf die Besichtigung niemals oberflaechlich sein.
Auf der Fahrt muss das Auto gespannt, aber gesund wirken, ohne Bremsvibration und ohne seltsame Reaktionen aus dem Antriebsstrang. Der `V12` muss auch nach mehreren Lastwechseln souveraen bleiben, ohne unplausible Hitzeentwicklung. Bei einer `599 GTO` ist die Offenheit des Verkaeufers zum echten Nutzungsprofil fast so wichtig wie die Rechnungen. Sonst kauft man vor allem Unsicherheit.