Die 145 tritt deutlich weniger rational auf als eine zeitgenössische Volkswagen Golf. Keilfoermige Linie, drei Türen, typisch italienisches Cockpitgefühl und in dieser Phase `1995-1996` vor allem der `2.0 Twin Spark Quadrifoglio` mit `150 PS` machen klar, dass hier Charakter wichtiger ist als reine Nüchternheit. Gerade das macht die Baureihe heute interessant.
Im guten Zustand bleibt die 145 sehr verlockend. Der Twin Spark muss frei hochdrehen, die Lenkung lebendig bleiben und die Vorderachse darf weder schlagen noch grundlos schieben. Das Auto wirkt nicht neutral oder steril, sondern will bewusst gefahren werden. Deshalb sind Fahrwerkszustand, Zündung und allgemeine Wartungsdisziplin wichtiger als bei einer beliebigen kompakten Benzin-Limousine.
Wartungsseitig braucht die 145 vor allem Konsequenz statt Komplexität. Entscheidend sind Öl, Zahnriemen, Kühlung, Zündung und das Gefühl der Handschaltung. Eine gute 145 lässt sich schnell lesen: sauberer Leerlauf, freier Motorlauf, Getriebe ohne Maulen und eine Vorderachse mit Substanz. Schlechte Autos verräten sich genauso schnell über Ruckeln, Geräusche und fehlende mechanische Stimmigkeit.