Mit der 2005 eingeführten Acura RL II bringt Honda vor allem das SH-AWD in eine große Limousine. Genau dieses torque-vectoring-Allradsystem gibt dem Modell seine technische Eigenständigkeit. Zusammen mit dem 3,5-Liter-V6 mit 300 PS entsteht kein Sportheld, sondern eine sehr eigene Mischung aus Sicherheit, Traktion und Souveränität.
Im guten Zustand bleibt die RL II erstaunlich stimmig. Der V6 läuft leise, die 5-Gang-Automatik soll weich und unaufgeregt arbeiten, und SH-AWD darf weder Geräusche noch seltsame Reaktionen bei engen oder langsamen Manoeovern zeigen. Gegenüber einer BMW 3er-Limousine verkauft die RL II weniger Sportpose, aber viel Stabilität, Komfort und Ausstattung.
Wartungsseitig ist die RL II nicht unbeherrschbar, aber konsequenzabhängig. Das Hinterachsdifferenzial verzeiht schlampige Fluidpflege nicht, besonders nicht bei Gebirge oder Zugbetrieb. Dazu kommen sauberes ATF für die Automatik und der große Honda-V6-Termin mit Zahnriemen, Wasserpumpe, Zündkerzen, Ventilspiel und Kühlmittel. Gute Autos fühlen sich flüssig an, schlechte werden diffus und teuer.