Der zweite Scorpio ist ein Sonderfall: großer europäischer Hecktriebler, sehr komfortabel auf Strecke, ambitioniert ausgestattet und mit einer Formensprache, die schon beim Marktstart stark polarisiert hat. Ford zielte damit immer noch in Richtung Opel Omega und klassische Reiselimousine, nicht auf ein bloß besseres Familienauto. Genau diese Mischung macht ihn heute zugleich reizvoll und riskant.
Unter dem ungewöhnlichen Blech bleibt die Technik relativ überschaubar: `2.3 16V` als vernünftige Benzinerwahl, `2.9 24V` für die eigentliche große Ford-Limousine und `2.5 TD` für Vielfahrer. Der Scorpio II war kommerziell kein Erfolg, bietet aber bis heute mehr Ausstattung und Reisekomfort, als sein Marktwert vermuten lässt. Das Problem ist nicht der Kaufpreis, sondern die Summe aus Alter, Seltenheit und Teileversorgung.