Die `550 Maranello` bleibt eine Schlüssel-Ferrari für alle, die Frontmotor und Handschaltung suchen. Wer auch eine Aston Martin DB11 ansieht, bekommt hier die ältere, purere und forderndere Idee. Genau deshalb zählen Kupplung, Kühlung und Chassis-Zustand deutlich mehr als bloß schöne Karosserie oder niedrige Laufleistung.
Die beste `550` ist oft nicht die mit den wenigsten Kilometern, sondern die regelmäßig bewegte mit rechtzeitig erneuerten Flüssigkeiten, Reifen und Nebenaggregaten. Ein zu lange abgestelltes Auto kann großartig aussehen und sich trotzdem schon weniger sauber anfühlen. Das Zusammenspiel aus Startverhalten, Temperatur, Getriebe und Lenkpräzision muss man wie bei einer aktiven Sammler-`GT` lesen.
Auf der Probefahrt sollte die `Maranello` kraftvoll, ruhig und ohne Schubphasen-Geräusch aus der Transaxle wirken, ohne verdächtige Hitzeentwicklung und ohne schwammige Vorderachse. Wenn die Kupplung schlecht greift, die Bremsen zittern oder der `V12` weniger rund läuft als er sollte, nähert sich meist schon eine teure Rückstellung.