Ab Oktober `1998` wurde die brasilianische `Omega` zu etwas völlig anderem: kein lokales Opel-Derivat mehr, sondern ein aus Australien importierter Holden Commodore mit `3.8`-Liter-`V6` und Automatik. Das macht die `Omega VT` groß, selten und für brasilianische Verhältnisse fast exotisch. Genau darin liegt ihr Reiz, aber auch ihre Kostenseite.
Im Charakter steht sie näher an einer großen BMW 5er für lange Strecken als an einer klassischen Mittelklasselimousine. Der `3.8 Ecotec V6` und die Automatik passen gut zum Gleiter-Anspruch. Kritisch werden aber vernachlässigte Kühlung, eine müde Hinterachse, Lastwechselgeräusche aus dem Differential und jede unklare Teilehistorie, weil die VT im Alltag eben kein gewöhnlicher brasilianischer Chevrolet ist.
Beim Kauf sollte man Rangieren, Kaltstart, stärkere Beschleunigung und längere Geradeausfahrt in einer Probefahrt kombinieren. Eine gute `Omega VT` schaltet ohne Schlupf, bleibt auf der Linie vollkommen ruhig und wird auch im Stadtverkehr nicht zu warm. Schlechte Autos zeigen früh Schaltstöße, Hinterachsgeräusche, Undichtigkeiten rund um den V6 und launische Komfortelektrik nach langen Standzeiten.