Die brasilianische `Omega` der späten 1990er bleibt eine echte große Reiselimousine mit Hinterradantrieb, viel Platz und deutlichem Opel-Erbe. Gebraucht trifft man vor allem auf den `2.2`-Vierzylinder und den `4.1`-Reihensechser, dessen Charakter und Laufkultur in Brasilien bis heute einen besonderen Ruf haben. Genau deshalb ist die Omega für Liebhaber interessant, auch wenn sie kein billiges Altagsauto mehr ist.
Im Charakter steht sie eher neben einer alten Mercedes-Benz E-Klasse als neben einem Volksauto. Stark sind Ruhe, Hochgeschwindigkeitsstabilität und der entspannte Langstreckencharakter. Kritisch werden dagegen verbastelte Autos, ermüdete Hinterachsen und jede Nachlässigkeit bei Kühlung oder Servolenkung, vor allem am `4.1`.
Beim Kauf muss man Kardanwelle, Hinterachsgeräusche, Servolenkung und die Motortemperatur im Stau ernst nehmen. Eine gesunde `Omega` bleibt leise, bremst sauber geradeaus und liegt auf der Straße sehr satt. Schlechte Exemplare verraten sich schnell durch Spiel in der Aufhängung, Undichtigkeiten an der Lenkung, einen warm unruhigen Sechszylinder oder einen Innenraum, den Sonne und Zeit bereits stark mitgenommen haben.