Die vierte `Seville` markiert den Versuch von Cadillac, eine große Luxuslimousine mit Frontantrieb spürbar straffer und fahraktiver auszulegen als eine `DeVille`. Sie ist flacher, direkter und klarer auf Fahrer zugeschnitten, ohne auf den typischen amerikanischen Komfort ganz zu verzichten. Heute wirkt sie vor allem wie eine eigenwillige Langstreckenlimousine für Kenner, die keine klassische schwimmende US-Limousine suchen, sondern eine seltene Mischung aus Ruhe, V8-Kultur und etwas mehr Straße im Fahrzeuggefühl.
Unter der Haube arbeitet der `4.6 Northstar` in zwei Ausbaustufen, `LD8` für die ruhigeren Varianten und `L37` für die `STS`, gekoppelt an die `4T80-E`-Automatik. Entscheidend ist weniger die Leistung als die Frage, ob Kühlung, Systemdruck und Warmverhalten gesund geblieben sind. Wie bei vielen großen Cadillac der `1990er` kann ein leiser, komfortabler Eindruck nämlich lange verdecken, dass der Wartungsstau mechanisch bereits teuer wird.